«Unser Alltag ist manchmal wie eine Wundertüte.»
Isabella Dominguez, Arbeitsagogin, Temaleiterin Dorfrestaurant, hörend – seit 20 Jahren in der Stiftung Schloss Turbenthal
Seit 20 Jahren arbeitet Isabella in der Stiftung Schloss Turbenthal. Sie engagiert sich für die Klientinnen und Klienten und führt zusammen mit ihnen und dem Team das Dorfrestaurant. Dieses ist ein zentraler Treffpunkt zum Essen, für den Austausch oder gemeinsame Festlichkeiten. Danke, Isabella, dass du zusammen mit deinem Team das Dorfrestaurant leitest und es zu einem Ort für vielfältige Begegnungen machst.
«Durch eine Nachbarin, die ebenfalls in der Stiftung tätig ist, bin ich ins Gehörlosendorf gekommen. Anfangs war ich auf Stundenbasis mit einem Pensum von 20 bis 30 Prozent als Fachfrau Hauswirtschaft angestellt. Mit der Zeit erhöhte ich mein Pensum und übernahm später die Teamleitung im Dorfrestaurant. Von 2011 bis 2013 absolvierte ich die Ausbildung zur Arbeitsagogin. Weitere Ausbildungen folgten, darunter der Lehrgang Teamleitung, drei Module aus dem Vorbereitungskurs der Bereichsleiterschule sowie diverse Gebärdenkurs.
Seit Mai 2021 bin ich im Personalrat vertreten. Wir sind fünf Mitglieder und fördern die Zusammenarbeit zwischen Personal und Vorgesetzten. Wir unterstützen die Mitwirkung des Personals in personellen, betrieblichen und sozialen Angelegenheiten und vertreten gegenüber der Geschäftsleitung sowie gegenüber dem Stiftungsrat die gemeinsamen Interessen des Personals.
Die Stiftung ist in den letzten Jahren stark gewachsen, gleichzeitig hat auch der Druck von aussen zugenommen. Es gibt immer mehr Vorgaben zu erfüllen und der administrative Aufwand im Zusammenhang mit der Betreuung der Klientinnen und Klienten ist entsprechend grösser geworden. Gerade deswegen ist es mir ein Anliegen, die Gemeinschaft in unserem kleinen Dorf, das Miteinander sowie unsere Kultur bewusst zu pflegen. Unsere Wohnform mit der Durchmischung von jungen und älteren Menschen ist einzigartig. Gleichzeitig ist es wichtig, offen zu bleiben für Veränderungen, die die Gesellschaft mit sich bringt. Auch in der Aufrechterhaltung der verschiedenen Arbeitsbereiche braucht es Offenheit für neue Ideen und Visionen.
Manchmal ist unser Alltag wie eine Wundertüte. Man weiss nie genau, was der Tag bringen wird. In herausfordernden Situationen ist ein gutes Gespür für unsere Klientel essenziell. Aufeinander zuzugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ist wichtig. Ein gut eingespieltes Team und eine Portion Flexibilität helfen dabei. Die Zusammenarbeit mit unseren Klientinnen und Klienten ist gleichzeitig auch sehr bereichernd und es gibt viele lustige Begebenheiten, die uns in unserem gemeinsamen Alltag Freude bereiten.»
Turbenthal, Juni 2026